Seit 2004 ist Wolfgang Zinggl Kultursprecher und seit 2007 Minderheitensprecher der Grünen im Nationalrat. Davor war er ORF-Stiftungsrat und Leiter des Depot. Das ist ein kulturpolitischer Veranstaltungsraum im 7. Bezirk. Der grüne Bezirk gehört wie der 9., 8., 6. und 1.zum Wahlkreis, in dem Zinggl Spitzenkandidat für die Nationalratswahl 2006 war.

Im Jahr 2000 hat er das Kulturprogramm der Grünen geschrieben und ein Jahr davor – noch als österreichischer Bundeskurator – das „Weißbuch zur österreichischen Kulturpolitik“ erarbeitet. Zum Bundeskurator hat ihn der damalige Kulturminister Scholten ernannt. Weil Zinggl an zahlreichen Universitäten unterrichtete, Falter-Kunstkritiker war, vor allem aber wegen seiner exzeptionellen Tätigkeit als Künstler in der Gruppe WochenKlausur.

Die WochenKlausur entwickelt seit 1993 konkrete Vorschläge zur Verringerung gesellschaftlicher Defizite und setzt diese um. So wurden Sprachschulen im Kosovo aufgebaut, ein Altenzentrum in Italien, eine Agentur für Upcycling in Chicago, die medizinische Versorgung der Obdachlosen in Wien, Projektunterricht in Fukuoka (Japan) und vieles mehr. Künstlerische Gestaltung wird dabei nicht als Formalakt, sondern als Eingriff in unser Zusammenleben gesehen.