Den Zugang zu Kunst und Kultur verbessern, das ist seit Jahren eines der zentralen Anliegen aller Regierungen. Die Bundesmuseen könnten dazu durchaus einen größeren Beitrag leisten als bisher. Immerhin ist die Vermittlung des kulturellen Erbes eine ihrer Kernaufgaben.

 

Abbau finanzieller Hürden

Hohe Eintrittspreise schaffen eine Barriere, die nicht alle übersteigen können oder wollen. Eine Familie zahlt im Belvedere zum Beispiel 40 Euro. Das ist keine unbeträchtliche Hürde für Finanzschwache. Gesetzlich müssten die Museen eigentlich  „die ihnen anvertrauten Zeugnisse (…) einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.“ Der freie Eintritt für Jugendliche und Kinder, sowie der Kulturpass (freier Eintritt für Menschen in Not) gehen dafür aber nicht weit genug.  Auch Ermäßigungen für Studierende sind keine wirkliche Erleichterung. Sie zahlen im Belvedere immer noch doppelt so viel  wie Studierende in Berlin für den Besuch der gesamten Museumsinsel mit ihren sieben Museen.

Eine Jahreskarte für alle Staatlichen Museen zu Berlin kostet 25 Euro. Die Jahreskarte für alle Bundesmuseen hierzulande gibt es nicht mehr.  Jahreskarten gibt es nur für jedes Museum extra.  Wer 365 Tage im Jahr alle Museen besuchen möchte, legt daher 228 Euro ab. Fast zehnmal so viel wie in den Staatlichen Museen zu Berlin. Englische Museen verlangen gar keinen Eintritt für ihre ständigen Sammlungen.

 

Niederschwelliger Zugang durch freien Eintritt

Der freie Eintritt an festgesetzten Tagen, etwa an einem Tag pro Monat, wäre eine Möglichkeit, um einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern. Freien Eintritt gibt es zurzeit nur am Nationalfeiertag.

Der freie Eintritt für Studierende wäre eine weitere  Erleichterung der jüngeren Generation im Rahmen des staatlichen Bildungsauftrags.

2007 stand der eintrittsfreie Tag pro Monat im Regierungsabkommen von SP und VP. Auf die Umsetzung warten wir nach wie vor. Personen mit geringeren Einkommen sollte der Bildungszugang nicht verwehrt werden.

 

Abbau geografischer Hürden

Es gibt aber auch ein geografisches Zugangsproblem. Mit Ausnahme des Schloss Ambras in Innsbruck sind bekanntlich alle Bundesmuseen in Wien.

Mittlerweile gibt es zumindest im Internet die Möglichkeit, große Teile der Exponate aus den Depots mit Bildern und Informationen zu erkunden.  Über Ausstellungen präsentieren die Museen ohnehin kaum mehr als fünf Prozent ihres Bestands. 95 Prozent lagern ungesehen in Depots. Die Digitalisierungsoffensive müsste mit Fachleuten aus den Museumswissenschaften, des Kommunikationsdesigns, der Pädagogik und der Verwaltung forciert und deutlich ausgebaut werden.