Das Ergebnis der Rechnungshofprüfung des Museums für Angewandte Kunst (MAK) liegt am Tisch. Nun ist es Zeit, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich habe diese Prüfung im Jänner 2011 veranlasst, nachdem immer mehr Skandalöses aus dem MAK bekannt wurde. Bei Prasserei auf Regimentskosten, jenseitigen Repräsentationsspesen, privater Mitschneiderei, Trickserei mit Besucherzahlen und einer postfeudalen Führungskultur hört sich nämlich der Spaß auf.

Es liegt nun am Bundesministerium für Unterricht und Kunst, seine Aufsichtspflichten über die Museen wahrzunehmen bzw. im notwendigen Maß auszubauen. Wenn das MAK 1.170 Metallobjekte an Museen oder Private abgegeben hat, was bedeutet da „abgegeben“? Wurden die verschenkt, verkauft, verborgt, kommen die zurück? Da stellen sich eine Menge Fragen. Wer haftet für verlorengegangene Objekte? Auch die manipulierten Besucherzahlen – und hier ist das MAK kein Einzelfall – legen nahe, dass es eine Kontrolle durch das Ministerium braucht.

Auch sollte das Ministerium Richtlinien zur Reisetätigkeit erlassen. Direktoren sollten sich ihre Reisen im Sinne der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit nicht selbst genehmigen dürfen. In den meisten Fällen sollten diese Reisen stattdessen von den Kuratoren oder der Produktionsleitung wahrgenommen werden. Und viele dieser überfälligen Verbesserungen sollten auch für Landesmuseen gelten.

http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/2013/berichte/teilberichte/bund/Bund_2013_02/Bund_2013_02_2.pdf